TSV Stadt und Landkreis Gotha/Thür. e.V.

Tierheim "Arche Noah" in Gotha-Uelleben

Liebe Tierheimer,

hoffentlich erinnert Ihr Euch noch an mich. Ich war im April fast verhungert in der Gartenkolonie, und dann habe ich mich im Spätommer sehr angestrengt, als die beiden älteren Dosenöffner eine Katze adoptieren wollten. Nun bin ich schon ein halbes Jahr bei meinen Dosenöffnern, und es geht mir ganz gut hier. Ich darf zwar nicht nachts im Wohnzimmer bleiben, und auch aus dem Bad holt sie mich immer mit Leckerchen raus, denen ich nicht widerstehen kann. Sie sagt, sonst würden die Türen nachts offenstehen, wenn ich rausgehe, und das Treppenhaus sollte nicht so warm sein. In der Küche hat sie mich auch nicht so gern, und in sein unordentliches Zimmer soll ich gar nicht. Dabei ist das so aufregend! 

Aber sonst ist es schon o.k. hier, ich habe viele Ruheplätze und ruhe gern und viel, und ich bekomme auch oft Leckerli. Vor allem, wenn sie nach Hause kommt. Sie ist nämlich oft tagsüber nicht da, das finde ich doof. Aber sie spielt auch mit mir und krault mich oft, das tut gut. Und wenn ich in ihr Zimmer komme und auf den Schreibtisch springe, weiß sie genau, daß ich Leckerli brauche. Ich schlafe so gern in ihrem Bett, aber manchmal vergißt sie, daß ich da liege, und dreht sich um, dann springe ich weg, und sie erschrickt und sagt, es täte ihr leid, aber ich gehe dann erstmal spazieren oder lege mich in meine Höhle.

Manchmal ist sie auch länger nicht da, dann gibt sich der Dosenöffner große Mühe mit mir, und er hat es gern, wenn ich neben ihm auf dem Sofa liege. Aber er ist eben nicht wie die Dosenöffner-Mama.

Eigentlich würde ich am liebsten nur Leckerli essen, aber das macht Mama Dosenöffner  nicht mit. Manchmal ist sie auch richtig gemein. Hatte ich doch endlich einen Spatzen lebend ins Zimmer gebracht. Der hat sich dann so versteckt, daß ich nicht mehr mit ihm spielen konnte. Nachts hat sie die Zimmertür zugemacht, so daß ich nicht mal durch meine Fenstertür rausgehen konnte! Und morgens war der Spatz weg, genauso wie dann die Maus, die ich einen Tag später ins Schlafzimmer gebracht hatte und die einfach nicht mehr unter dem Bett vorkommen wollte. Mama hat was von "Lebendfalle aufstellen" gemurmelt.

In den Garten kann ich raus und rein, wie ich will, und ich kontrolliere regelmäßig mein Revier. Die Nachbarskatzen haben inzwischen Respekt vor mir, nur der große alte Kater läßt sich nicht vertreiben. Er sitzt immer wieder vor meiner Tür und guckt komisch, weil er nicht reinkann.

Mama Dosenöffner hat immer Sorge, daß ich mal nicht wiederkommen könnte. Sie sagt auch oft, wie gern sie wissen würde, wie es mir in meinem ersten Jahr ergangen ist. Aber das erzähle ich ihr nicht!

Viele liebe Grüße von Eurer roten Lina


Zuletzt aktualisiert: 04 März 2019
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